Babyzeichensprache 2018-01-09T21:10:35+00:00

Babyzeichensprache

Babyzeichensprache richtet sich primär an hörende Babys. Sie besteht aus einfachen Handzeichen – beruhend auf der deutschen Gebärdensprache.

Ab etwa einem halben Jahr sind Babys auch in der Lage ihnen beigebrachte Zeichen selbst anzuwenden und sich mitzuteilen. Die so genannten Babyzeichen werden parallel zur gesprochenen Sprache angewandt. Es werden zum Beispiel drei Finger zusammengeführt und zweimal Richtung Mund geführt, wenn man Essen sagt.

Die Babyzeichensprache wurde in den 80er Jahren in den USA entwickelt und erforscht. Damals entdeckte der Forscher Joseph Garcia, eher zufällig, dass Kinder von gehörlosen Eltern bereits mit neun Monaten fähig waren mit ihren Eltern zu kommunizieren. Dass dies mit Kindern von hörenden Eltern genauso funktioniert, zeigt er in unterschiedlichen Studien auf. Zeitgleich entdeckten in Kalifornien zwei Wissenschaftlerinnen und Mütter (L. Acredolo und S. Goodwyn), dass Kinder Gesten benutzen. Auslöser für ihre Forschungsarbeit war die Tochter von Goodwyn, welche vor einem Aquarium stand, begeistert die Fische beobachtete und immer wieder pustete. Die Mutter hatte keine Ahnung warum das 11 Monate alte Mädchen die Fische immer wieder anblies. Als sie ihre Tochter am Abend ins Bett brachte und das Mobile über dem Kinderbett anblies um es in Bewegung zu setzen, wurde es ihr klar: auf dem Mobile hingen Fische und das Kleinkind assoziierte die Fische damit, dass die Mutter dagegen pustete.

Bestimmt jeder hat Kinder gesehen, die gewisse Bewegungen nachahmen, wie winken oder beispielsweise die Hände zusammenbringen um „bitte- bitte“ zu sagen. Das sind bereits Babyzeichen. Genauso kann man Zeichen für Personen, Essen oder Gegenstände (z.B. Mama, Papa, Milch, Schnuller, Ball,…) einsetzen und zum Ausdruck von Gefühlen, wie Wut, Freude oder Trauer. Kinder können also auf Dinge hinweisen wie z.B. auf den bellenden Nachbarshund oder ein vorbeifahrendes Auto oder mitteilen wenn sie sich fürchten oder freuen. Zu den Zeichen die Kinder tendenziell schon sehr früh (mit etwa 8 Monaten, oder manche sogar noch früher) zeigen, gehören „Milch“, „müde“ und „mehr“. Die Eltern können darauf eingehen indem sie Wörter und Zeichen wiederholen. Kinder werden so zur Sprache animiert. Wenn Kinder verstanden werden, beflügelt es sie Wege zu finden um ihr Ausdrucksvermögen weiterzuentwickeln.

Neuste Forschungen zeigen, dass Kinder bereits in den ersten Monaten sehr viel davon verstehen was mit ihnen gesprochen wird. Nur haben sie noch keine Möglichkeit sich auszudrücken, da die Fähigkeit zur Sprache erst mit etwa zwei Jahren ausgereift ist. Sie haben aber bereits mit etwa sechs Monaten die motorischen Fähigkeiten um Zeichen zu machen. Sobald ein Kind mit den Händen agieren und greifen kann, kann es bereits Zeichen nachahmen, wenngleich diese auch nicht immer ident sind mit den Zeichen die die Bezugspersonen zeigen (ähnlich wie bei der Lautsprache wird auch diese mit der Zeit perfektioniert).

Nein. Die Zeichensprache überbrückt die Zeit in der Kinder sich noch nicht der gesprochenen Sprache bedienen können. Die Babys die bereits Zeichen verwenden haben das Prinzip von Kommunikation begriffen: Ein Baby zeigt zum Beispiel „Ball“, und die Mutter reagiert darauf  indem sie beispielsweise sagt: „Du möchtest Ball spielen, schau ich geb ihn dir“, und dem Kind einen Ball reicht. Wenn die Sprechmuskulatur reif ist, ersetzen Kinder die Zeichen durch Worte oder verwenden anfangs Wort und Zeichen gemeinsam. Forscher entdeckten, dass Kinder die mit Gebärdensprache aufwachsen im Durchschnitt früher zu sprechen beginnen als andere Kinder.

Eltern berichten über eine intensivere Kommunikation und zufriedenen Kindern. Vielen Frustrationen und Wutanfällen kann dadurch vorgebeugt werden, da Kinder sich verstanden fühlen.

Durch den intensiveren Austausch mit unseren Sprösslingen wird nicht nur die Eltern- Kind Beziehung gestärkt sondern auch das Selbstbewusstsein der Babys und Kleinkinder die „endlich“ verstanden werden.

Wenn Kinder neben dem gesprochenen Wort auch ein bildhaftes Zeichen sehen, verbessert dies die Vernetzung der linken und rechten Gehirnhälfte, was sich wiederum positiv auf die gesamte Sprach- und Gedächtnisentwicklung auswirkt. Forschungen zeigen, dass Kinder die mit Zeichensprache aufwachsen noch bis ins Volksschulalter hinein über einen größeren Wortschatz verfügen, überdurchschnittliche Lese- und Schreibfertigkeiten aufweisen, ein verstärktes Interesse an Büchern haben und bei Intelligenztest besser abschneiden.

Babyzeichen eignen sich für alle Kinder die noch nicht oder nicht viel sprechen. Die Zeichensprache eignet sich nicht nur für hörende Kinder, sondern unterstützt auch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und solche die aufgrund von Beeinträchtigungen später sprechen wie z.B. dem Down Syndrom oder der Kiefer- Gaumen Spalte. Ebenso hat sich der Einsatz von Zeichen beim Lernen von Wörtern im Kindergarten insbesondere bei Migrantenkindern bewährt.

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