Babysprache 2017-12-27T20:02:08+00:00

Babyzeichensprache

Babyzeichensprache richtet sich primär an hörende Babys. Sie besteht aus einfachen Handzeichen – beruhend auf der deutschen Gebärdensprache.

Ab etwa einem halben Jahr sind Babys auch in der Lage ihnen beigebrachte Zeichen selbst anzuwenden und sich mitzuteilen. Die so genannten Babyzeichen werden parallel zur gesprochenen Sprache angewandt. Es werden zum Beispiel drei Finger zusammengeführt und zweimal Richtung Mund geführt, wenn man Essen sagt.

Die Babyzeichensprache wurde in den 80er Jahren in den USA entwickelt und erforscht. Damals entdeckte der Forscher Joseph Garcia, eher zufällig, dass Kinder von gehörlosen Eltern bereits mit neun Monaten fähig waren mit ihren Eltern zu kommunizieren. Dass dies mit Kindern von hörenden Eltern genauso funktioniert, zeigt er in unterschiedlichen Studien auf. Zeitgleich entdeckten in Kalifornien zwei Wissenschaftlerinnen und Mütter (L. Acredolo und S. Goodwyn), dass Kinder Gesten benutzen. Auslöser für ihre Forschungsarbeit war die Tochter von Goodwyn, welche vor einem Aquarium stand, begeistert die Fische beobachtete und immer wieder pustete. Die Mutter hatte keine Ahnung warum das 11 Monate alte Mädchen die Fische immer wieder anblies. Als sie ihre Tochter am Abend ins Bett brachte und das Mobile über dem Kinderbett anblies um es in Bewegung zu setzen, wurde es ihr klar: auf dem Mobile hingen Fische und das Kleinkind assoziierte die Fische damit, dass die Mutter dagegen pustete.

Bestimmt jeder hat Kinder gesehen, die gewisse Bewegungen nachahmen, wie winken oder beispielsweise die Hände zusammenbringen um „bitte- bitte“ zu sagen. Das sind bereits Babyzeichen. Genauso kann man Zeichen für Personen, Essen oder Gegenstände (z.B. Mama, Papa, Milch, Schnuller, Ball,…) einsetzen und zum Ausdruck von Gefühlen, wie Wut, Freude oder Trauer. Kinder können also auf Dinge hinweisen wie z.B. auf den bellenden Nachbarshund oder ein vorbeifahrendes Auto oder mitteilen wenn sie sich fürchten oder freuen. Zu den Zeichen die Kinder tendenziell schon sehr früh (mit etwa 8 Monaten, oder manche sogar noch früher) zeigen, gehören „Milch“, „müde“ und „mehr“. Die Eltern können darauf eingehen indem sie Wörter und Zeichen wiederholen. Kinder werden so zur Sprache animiert. Wenn Kinder verstanden werden, beflügelt es sie Wege zu finden um ihr Ausdrucksvermögen weiterzuentwickeln.

Neuste Forschungen zeigen, dass Kinder bereits in den ersten Monaten sehr viel davon verstehen was mit ihnen gesprochen wird. Nur haben sie noch keine Möglichkeit sich auszudrücken, da die Fähigkeit zur Sprache erst mit etwa zwei Jahren ausgereift ist. Sie haben aber bereits mit etwa sechs Monaten die motorischen Fähigkeiten um Zeichen zu machen. Sobald ein Kind mit den Händen agieren und greifen kann, kann es bereits Zeichen nachahmen, wenngleich diese auch nicht immer ident sind mit den Zeichen die die Bezugspersonen zeigen (ähnlich wie bei der Lautsprache wird auch diese mit der Zeit perfektioniert).

Nein. Die Zeichensprache überbrückt die Zeit in der Kinder sich noch nicht der gesprochenen Sprache bedienen können. Die Babys die bereits Zeichen verwenden haben das Prinzip von Kommunikation begriffen: Ein Baby zeigt zum Beispiel „Ball“, und die Mutter reagiert darauf  indem sie beispielsweise sagt: „Du möchtest Ball spielen, schau ich geb ihn dir“, und dem Kind einen Ball reicht. Wenn die Sprechmuskulatur reif ist, ersetzen Kinder die Zeichen durch Worte oder verwenden anfangs Wort und Zeichen gemeinsam. Forscher entdeckten, dass Kinder die mit Gebärdensprache aufwachsen im Durchschnitt früher zu sprechen beginnen als andere Kinder.

Eltern berichten über eine intensivere Kommunikation und zufriedenen Kindern. Vielen Frustrationen und Wutanfällen kann dadurch vorgebeugt werden, da Kinder sich verstanden fühlen.

Durch den intensiveren Austausch mit unseren Sprösslingen wird nicht nur die Eltern- Kind Beziehung gestärkt sondern auch das Selbstbewusstsein der Babys und Kleinkinder die „endlich“ verstanden werden.

Wenn Kinder neben dem gesprochenen Wort auch ein bildhaftes Zeichen sehen, verbessert dies die Vernetzung der linken und rechten Gehirnhälfte, was sich wiederum positiv auf die gesamte Sprach- und Gedächtnisentwicklung auswirkt. Forschungen zeigen, dass Kinder die mit Zeichensprache aufwachsen noch bis ins Volksschulalter hinein über einen größeren Wortschatz verfügen, überdurchschnittliche Lese- und Schreibfertigkeiten aufweisen, ein verstärktes Interesse an Büchern haben und bei Intelligenztest besser abschneiden.

Babyzeichen eignen sich für alle Kinder die noch nicht oder nicht viel sprechen. Die Zeichensprache eignet sich nicht nur für hörende Kinder, sondern unterstützt auch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und solche die aufgrund von Beeinträchtigungen später sprechen wie z.B. dem Down Syndrom oder der Kiefer- Gaumen Spalte. Ebenso hat sich der Einsatz von Zeichen beim Lernen von Wörtern im Kindergarten insbesondere bei Migrantenkindern bewährt.

Dunstan Babysprache

10 Jahre Forschung haben gezeigt, dass es eine universelle, weltweit gleiche Säuglings-Sprache gibt, die auf physischen Reflexen basiert.

So entsteht aufgrund des Saugreflexes der Laut „neh“ wenn ein Baby Hunger hat, und durch den Gähnreflex ein „auw“ wenn ein Baby müde ist. Diese und weitere Laute können im Workshop erlernt werden und erleichtern so den Alltag mit Baby. Ein Workshop richtet sich an Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel und Eltern von Babys bis zu 12 Wochen.

Die australische Opernsängern Priscilla Dunstan verfügt über ein fotografisches Gedächtnis und hatte eine Ausbildung absolviert in der sie lernte wo im Körper Töne entstehen. Als sie 1998 Mutter wurde hatte sie mit Stillproblemen zu kämpfen und auch das Einschlafen ihres Sohnes war ein täglicher Kampf. Sie fing an die Töne ihres Babys zu beobachten, zu notieren und auch ihre körperlichen Reaktionen darauf. Priscilla stellte fest, dass wenn sie ihr Kind den Ton für Hunger artikulierte, ihre Milch bereits zu tropfen begann. Wenn Sie dann anlegte, hatte sie keine Schmerzen beim Stillen. Stillte sie hingegen auch bei anderen Lauten, schmerzte ihre Brust.

In Beobachtungsstudien mit über 1000 Babys aus verschiedensten Kulturkreisen, Muttersprachen und über 30 Nationalitäten konnte die Klassifizierung von kindlichem Weinen und die Wirksamkeit der Dunstan Babysprache belegt werden. Die Dunstan „Worte“ kommen bei allen Babys vor.

Unabhängige Forschungsstudien zum Dunstan System von 2006 und 2007 aus Australien, den USA und Großbritannien bestätigten dies und die Vorteile für sowohl die Versorgung Neugeborener und ihrer Bedürfnisse als auch für das Familienleben, insbesondere die Stärkung der elterlichen Fähigkeiten und den Einbezug der Väter in die Babypflege.

Viele Eltern berichten über ein selbstbewussteres und von mehr Sicherheit geprägtes Verhalten im Alltag mit dem Baby. Ein schreiendes Kind sorgt oft zu Überforderung bei den Eltern, anhand der Dunstan Laute konnten Eltern viel rascher auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Babys sind kompetente Wesen, die genau wissen was sie brauchen. So gibt es beispielsweise Kinder die obwohl sie voll gestillt und müde sind, genau noch drei Schlucke trinken müssen um einzuschlafen, da aber das Baby bereits voll gestillt und müde ist, werden eventuell andere Techniken angewandt wie singen und in den Schlaf wiegen um das Kind beim Einschlafen zu begleiten.

Das Aufstoßen ist bei Kindern wahrscheinlich das Häufigste Bedürfnis, und wenn das missinterpretiert wird und noch mehr Milch gegeben wird, kann das die Blähungen verstärken oder gar zu Bauchschmerzen führen. Wenn die Kinder bewusst wahrgenommen werden, schlafen diese oft besser (und auch die Eltern). Dass ein entspanntes Kind sich positiv auf die Eltern auswirkt ist eine logische Folge und Paare berichten auch über eine Verbesserung innerhalb der Paarbeziehung.

Mehr Infos zur Dunstan Babysprache unter:

www.dunstanbabysprache.com

TERMINE

Unsere aktuellen Workshops zur Babyzeichensprache und Dunstan Babysprache und eine Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr hier:

Termine / Workshops / Anmeldung

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